Scythe - Die Hüter des Todes

Hallo ihr Lieben,

heute stelle ich euch ein Buch vor, an dem man kaum rum kommt.

Scythe - Die Hüter des Todes
(Scythe - Arc of a Sythe)


Inhalt:

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Seiten: 528 Seiten
Autor/in: Neal Shusterman
Verlag: FISCHER Sauerländer
Preis:  HC 19,99 € | BO 15,- € | EB 14,99 €
ISBN: 978-3-7373-5506-3

Lesezeichen:


Erster Eindruck:
Ich habe zuvor nur Gutes gehört gehabt und war auf Grund dessen gehyped. Etwas mystisches mit einer Mischung aus einer interessanten und doch furchterregenden Zukunftsversion.

Fazit: Ein sehr guter Anfang!

Das Cover ist weder schlicht noch wunderschön. Ich mag es, dass es wie eine Spielkarte gemacht ist. Das einzige was mir an dem Cover nicht gefällt, ist die Farbe. Anstatt Bronze hätte ich wohl weiß gewählt. Insgesamt finde ich es aber okay.
Leider ist es ja so, dass dieses Cover nicht mehr zu den Covern von Band zwei und drei passen wird. Man kann sich lediglich das passende Cover auf der Verlagsseite downloaden und selber ausdrucken. Finde ich immer sehr schade.
Die neuen Cover werden sich, wie das Cover des Taschenbuches, mit den orginalen Covern gleichen.

Das Buch wird von einem Er-/Sie-/Es- Erzähler, wobei dieser  über alles im Bilde ist. Man ist an verschiedenen Orten und bei verschiedenen Charakteren, weiß aber, was sie denken. Ich fand den Schreibstil echt gut, er war sehr flüssig und trotz der komplizierten Thematik doch recht einfach zu verstehen. Zwischen den Kapitel gibt es Tagebucheinträge der verschiedenen Scythe, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Abgegrenzt sind diese durch Schriftart und Trennungsstriche.
Das einzige, was mir wirklich nicht in den Kram gepasst hat, ist das etwas weiter hinten bis zum Showdown einiges sehr langatmig war. Das Worldbuilding war soweit gut. Ich hätte mir noch ein bisschen Tiefe gewünscht, wobei ich hoffe, dass diese in Band zwei und drei vorhanden sein wird. Jetzt war vor allem erst einmal wichtig die Charaktere vorzustellen. Davon gab es doch einige.
Die Geschichte ist nicht zu ausschweifend erzählt und folgt dem Ziel.

Was passiert, wenn man dich plötzlich dazu ausbildet über Leben und Tod zu entscheiden?
Genau dieser Frage und einigen anderen geht dieses Buch nach, ohne dabei zu philosophisch zu werden. Cidra und Rowan werden von einem Scythe ausgewählt, bei ihm in die Ausbildung zu gehen. Beiden wollen zu Anfang nichts mit dem töten zu tun haben. Dann geschieht das undenkbare - nur einer von beiden wird den Job kriegen und muss den anderen danach töten. Wäre das nicht alles, entsteht zwischen den beiden ein Band, dass nicht einfach zu trennen ist.
Das Besondere an der Geschichte in meinen Augen war, dass man das Töten legalisiert hat und es wie ein Job dargestellt wird. Nicht das es gut ist, aber auf erschreckende Art und Weise ist der Gedanke der dahinter steckt recht logisch. In dem Buch gibt es unter anderem auch den Aspekt in wie weit diese Macht nutzbar ist und ausgenutzt wird. Es gibt eine Gruppe, die sich dadurch bereichert und eine weitere, die sich nur das Minimum zum Leben leistet. Beide haben ihre Ansätze und durch den Verlauf der Geschichte, kommt man dazu, beide Ansätze nachvollziehen zu können. Ich konnte die eine oder andere Parallele zu Religionen und Kirchen ziehen. Zum Beispiel durfte vor einigen Jahrhunderten ein Priester auch nichts besitzen Er ging von Haus zu Haus, bat um Unterkunft und Essen und schenkte dafür Seelsorge und das Wort Gottes. Dieser Umstand hat sich ja in einigem geändert. In diesem Buch klingt es ganz ähnlich und das fand ich als Leser sehr interessant und gut dargestellt. Ob diese Art Gesellschaftskritik auch so gemeint war, das weiß ich nicht, aber das zeigte schon ganz deutlich die Auffassungen beider Seiten.
Natürlich geht es im Vordergrund um die Ausbildung und den Wettkampf von Cidra und Rowan. Man kriegt davon auch einiges mit. Leider hat mir aber einiges zwischen beiden gefehlt. Irgendwie war ich doch etwas überrumpelt von dem Verlauf deren Beziehung. Ich hoffe, die Erzählweise in diesem Aspekt, wird sich im nächsten Buch ändern.
Insgesamt fand ich aber, dass die Geschichte und der Ansatz sehr interessant sind und Tage später nachhallen. Alleine der Aspekt der alles steuernden KI und die dadurch entstehende Nähe zur heutigen Zeit, macht das Ganze erschreckend greifbar.

Auf der einen Seite haben wir Cidra.
Cidra ist neugierig, aber nicht nervig und hat ein gutes Familienleben. Als der Scythe auftaucht und ihre Familie ganz schön durcheinander bringt, rüttet es einiges in ihr wach. Als sie dann auch noch zu einem Scythe ausgebildet werden soll, ist ihr gedankliches Chaos perfekt, denn sie möchte viel, aber sicher keine Menschen „nachlesen“.
Sie ist ein doch sehr kindlicher Charakter am Anfang und ich habe mich ab und an wirklich fragen müssen, ob dieser Charakter noch erwachsen wird oder nicht. Sie sieht dem Tod so oft ins Auge und verhielt sich in einigen Situationen doch leicht zickig, was mir nicht so gepasst hat. Das ändert sich dann doch in Richtung Ende und ab da an gefällt sie mir wirklich sehr gut. Daher bin ich auch schon sehr auf ihre Entwicklung in Band zwei gespannt.
Rowan hat ein ganz anderes Leben. Er ist sowieso nicht beliebt und als der beliebteste Schüler an seiner Schule nachgelesen wird, da wird ihm alles in die Schuhe geschoben. Seiner Mutter ist alles egal, sodass er erst eine Art Familie kennenlernt, als er von Scythe ausgewählt wird und mit ihm und Cidra zusammen lebt. Rowan hat so ein gutes Herz, dass ich am Ende wirklich den Atem kurz anhalten musste ( Seit GOT ist es ja in Mode gekommen, seine Hauptcharaktere sterben zu lassen …). Ich mochte seine Entwicklung und wie er mit den Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Dieser ständige Gang entlang am Abgrund, immer mit einem Fuß in der Luft, war wirklich sehr interessant zu lesen.
Die Beziehung der beiden hat mich, wir vorab erwähnt, etwas kalt zurück gelassen. Irgendwie empfand ich keine Chemie zwischen beiden. Vielleicht auch, weil der ganze Komplex der Beziehung irgendwie geschluckt worden ist von der Story drum herum.Ich hätte sehr gerne einiges mehr über die beiden gelesen.
Scythe Faraday, Curie und Goddard waren wirklich so verschieden, wie man nur hätte sein können. Dennoch fand ich alle drei sehr gut ausgearbeitet. Man hat durch die Tagebucheinträge auch einiges von der Gesinnung mitgekriegt und konnte das Handeln nachvollziehen.
Es gab noch einige andere Charaktere, aber müsste ich einen Favoriten wählen, wäre es Scythe Curie, die ich als Lieblingscharakter bislang bezeichnen würde.

Zusammenfassend fand ich, trotz der einen oder anderen Schwäche und Langatmigkeit, dass es ein guter Auftakt der Trilogie ist. Band zwei kaufe ich mir auch demnächst, wenn mein Sub wieder etwas kleiner ist.

Wem würde ich das Buch empfehlen ?:
Leser, die sich gerne mal mit etwas schwereren Themen befassen, sollten hier mal rein schauen. Das Buch hat weder etwas von Schule, noch was von Tribute von Panem oder so etwas in der Art. Da es recht düster und melancholisch wirken kann, würde ich es auch nur Lesern empfehlen, die mit solchen Büchern umgehen können. Durch die Aktion und Tötungen, ist das Buch auch nichts für die zart besaiteten Leser unter uns.

Bis dann, 
Flidra

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dieser Blog ist mit Blogspot, einem Googleprodukt, erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.

Um auf diesem Blog zu kommentieren benötigst Du - wie bisher auch - ein Google Konto.

Wenn Du die Kommentare zu diesem Beitrag durch Setzen des Häkchens abonnierst, informiert Dich Google jeweils durch eine Mail an die in Deinem Googleprofil hinterlegte Mail-Adresse.
Durch Entfernen des Hakens löscht Du Dein Abbonement und es wird Dir eine entsprechende Vollzugsnachricht angezeigt. Du hast aber auch die Möglichkeit Dich in der Mail, die Dich über einen neuen Kommentar informiert, über einen deutlichen Link wieder abzumelden.

Du kannst mich aber auch per Mail erreichen: petrovic.kris@yahoo.de

Impressum und Datenschutz findest du unten auf der Seite.